Gewindereparatur

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Gewindereparatur

Wer kennt es nicht? Ausgeschlagen, überbeansprucht oder schlichtweg "durchgedreht"? Was nun?

Es gibt viele Möglichkeiten ein Gewinde wieder in Form zu bringen. Ist ein Gewinde beschädigt und das Thema "Platz" kein Problem, kann man natürlich ein neues, größeres Gewinde einbringen. Kernloch des beschädigten Gewinde aufbohren und M10 statt M8 geschnitten. Wenn das funktioniert hat man Glück gehabt, MS Gehäuse sind knapp bemessen (Gewicht, Materialkosten)!

Gott sei dank gibt es eine wahrlich göttliche Erfindung! Gewindeeinsätze! Diese haben schon den ein oder anderen Mechaniker vor der Ungnade mancher Kunden gerettet.

Wie sehen die Teile nun aus?

Es gibt sie als Buchse oder als Drahtgewindeeinsatz. Handelsübliche Namen sind ENSAT, Time Sert oder HeliCoil. Gibt es natürlich auch unter anderen Bezeichnungen, diese sind jedoch weit verbreitet und selbst in der dunkelsten Schlosserwerkstatt sollte sich jemand finden lassen, der damit etwas anzufangen weiß.

Bilder und Infos zum Drahtgewindeeinsatz, Buchse findet ihr bei der Firma Böllhoff [1] oder bei KerbKonus [2]

Wo bekommt man diese Lebensretter?

Da sollte euch der Gang zur örtlichen Metallwerkstatt, Motorenbude, Instandsetzer weiterhelfen. Wegen ein bis zwei Gewinde im Jahr lohnt sich eine private Anschaffung kaum. Wer dennoch nicht auf ein komplettes Set verzichten will, wird im Internet fündig.

Was braucht man dazu?

1. defektes Gewinde 2. Buchse, Drahtgewinde 3. Gewindeschneider (bei Drahtgewinde) 4. Eindrehwerkzeug


Wie geht das nun?

Drahtgewinde:

Es ist so, bei Drahtgewinden benötigt ihr den passenden Kernlochbohrer und Gewindeschneider des Herstellers! Da die Drahtgewinde für knappe Angelegenheiten konzipiert wurden, wird dort kein Platz verschenkt - man erinnere sich an die ersten Worte dieses Artikels. Das wäre der Fall wenn ein defektes M6 durch ein neues M6 ersetzt werden soll. Man kann aber auch Drahtgewinde erwerben, die aus einem herkömmlichen M8 durch einsetzen wieder ein M6 zaubern! Aber der Platz......

Die Vorgehensweise:

Gewinde schneiden, Einsatz auf die Eindrehstange (muss man auch vom Hersteller erwerben) aufdrehen und in das vorgeschnittene Gewinde eindrehen. Am Ende des Drahteinsatzes ist ein kleiner abgewinkelter Mitnehmer mit Sollbruchstelle, der nach dem Eindrehen abgeschlagen werden kann oder auch verbleibt wenn man will. Das kann man auf der Seite von Böllhoff gut erkennen.

Buchse:

Wie beim Drahtgewinde kann man in ein vorhandenes M8 einfach eine Buchse einsetzen und ein M6 daraus machen oder ein komplettes Gewinde durch die selbstschneidende Buchse erzeugen. Auch hier muss man mit dem richtigen Bohrer vorbohren, damit sich die Buchse ihren Weg durchs Magnesium bahnen kann. Hier benötigt man ausnahmsweise kein kompliziertes Eindrehwerkzeug. Eine Schraube mit Kontermuttern reicht. Ist allerdings nicht ganz so einfach wie mit dem Eindrehwerkzeug. Für Stahl würde ich von der selbstschneidenden Buchse absehen. Bei der selbstschneidenden Buchse ist zu beachten: 1. ist das kein Gewindebohrer, man muss mit mehr Gefühl arbeiten 2. man braucht zusätzlich etwas Druck um die Buchse zum Schneiden zu bringen 3. ist das bei einem MS Gehäuse nicht ganz einfach, weil man diese schlecht fixieren kann. Wenn alles gut zugänglich ist -> kein Problem.

Die Buchse funzt genau so gut wie der Drahteinsatz, man muss beide Reparaturarten nur fachgerecht ausführen! Jeder hat seine persönlichen Vorlieben.


Abschließend ist zu sagen, dass der Einbau der Buchse, des Drahtgewindes am besten gleich vom Personal erledigt werden sollte, wo ihr auch den Einsatz an sich abstauben wolltet. Die haben nämlich auch gleich das richtige Werkzeug dafür. Natürlich könnt ihr euch die Sachen auch ausleihen wenn es möglich ist und euch selbst heranwagen. Bedenkt aber, dass der erste Versuch auch sitzen muss. Sonst habt ihr jetzt ein noch größeres Loch im knappen Gehäuse, das geflickt werden muss. Einfacher wird es dadurch nicht.

Ich hoffe euch einen kleinen Einblick in die Reparatur von Gewinden gegeben zu haben ;-)