Membranvergaser

Aus Motorsägen-Portal
Wechseln zu: Navigation, Suche

Frühere Motorsägen (Sägemaschinen) hatten einen Schwimmervergaser, der nur in nahezu senkrechter Lage funktioniert, verbaut.

Erst mit der Einführung des Membranvergasers, der schon im Flugzeugbau seine Verwendung fand, wurde die "moderne" Motorsäge entwickelt.


Membranvergaser

Funktion

Durch den ständigen Wechsel von Unter- und Überdruck im Kurbelgehäuse wird über einen Kanal, oder auch einen Schlauch, eine Membran mit den wechselnden (pulsierenden) Druckverhältnissen beaufschlagt, diese fördert druch "Flatterventile" gesteuert den Kraftstoff in den Vergaser zur Regelkammer. Die Regelmembran ist einerseits mit der Außenluft und anderseits über die Düsen mit dem Unterdruck im Vergaser verbunden. Die Regelmembran hat ein Metallplättchen eingearbeitet welches den Regelhebel und das damit verbundene Nadelventil betätigt.

Vergaser in Startstellung

Vergaserschema in Startstellung

Das der Vergaser nicht überläuft und der Motor dadurch "absäuft", regelt das Nadelventil den Kraftstoffzufluß und stoppt diesen wenn der Motor keinen Kraftstoff benötigt.

Vergaser in Leerlaufstellung

Vergaserschema in Leerlaufstellung


Vergaser in Vollgasstellung

Vergaserschema in Vollgasstellung


Vergaser mit abhängigen Leerlaufsystem

Vergaserschema mit abhängigen Leerlaufsystem

Wie hier zu sehen muss der gesamte Kraftstoff an der H-Bohrung vorbei, das soll verhindern das der Motor bei Korrektur des L-Gemisch, speziell wenn man abmagert die Säge dann im H-Gemisch zu mager läuft.

Aufgaben des Vergasers

Der Vergaser muß für alle Betriebszustände des Motors Kraftstoff und Luft im optimalen Verhältnis mischen und durch feine Zerstäubung die Verdampfung des Gemisches vorbereiten. Im Vergaser wird der Kraftstoff zerstäubt und nur zu einem geringen Teil verdampft.


Die für die Verdampfung des Kraftstoffes nötige Wärme wird in erster Linie dem Triebwerk, entzogen. Die vollständige Verdampfung findet also erst im Brennraum statt.


Die Aufnahme der Verdampfungswärme durch den Kraftstoff stellt für die Wärme abgebenden Bauteile eine Kühlung dar. Man spricht dabei von innerer Kühlung.


Bei einer Zusammensetzung des Gemisches von 14,8 kg Luft und 1 kg Kraftstoff wird Lambda (λ) = 1 erreicht. Der Kraftstoff verbrennt in dem Bereich fast vollständig, und die Abgase sind am schadstoffärmsten. Die höchste Leistung liegt im fetten Bereich (0,8-0,9)

Zwischen Lambda 0,7 und 1,25 ist das Kraftstoffluftgemisch brennbar.


Das wirkliche Mischungsverhältnis weicht je nach den herrschenden Betriebsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck) und dem jeweiligen Betriebszustand (Choke, Leerlauf, Teillast, Vollast) vom idealen Wert ab.


Wenn das wirkliche Mischungsverhältnis vom Idealen abweicht, dann ist die Gemischeinstellung fett oder mager.


Ein mageres Gemisch enthält mehr Luft, und der Motor erreicht wegen Kraftstoffmangel nicht die volle Leistung. Außerdem wird der Motor zu heiß, weil der Entzug von Wärme für die Verdampfung des Kraftstoffes zu gering ist. Der Mangel an ölhaltigem Frischgas führt zu einer unzureichenden Schmierung und damit zur Fressergefahr.


Ein fettes Gemisch enthält weniger Luft, und nicht mehr Öl wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Es findet eine unvollkommene Verbrennung statt. Der unverbrannte Kraftstoff zeigt sich u.a. als Rauchfahne am Auspuff, oder Verkokung des Triebwerks und des Auspuff.


--Ösijack 18:59, 26. Dez. 2011 (CET)